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Fazination Salzatal

Die Salza, im grünen Herzen Österreichs gelegen, ist in Paddlerkreisen einer der beliebtesten und bekanntesten Flüsse. Entgegen der landläufigen Meinung, trumpft das Salzatal nicht nur mit einer unvergleichlichen Symbiose aus Wasser, Fels und Wald auf, auch abseits des Paddeltourismus gibt es einiges zu entdecken. Heinz-Georg Luxen erklärt, was für ihn die Faszination Salza ausmacht.

Die Salza ist ein Gebirgsfluss in Österreich und ein östlicher Nebenfluss der Enns. Sie entspringt am Traisenberg in Niederösterreich und mündet nach knapp 88 Kilometern in der Nähe von Großreifling in die Enns. Unterhalb des Orts Weichselboden befindet sich die Prescenyklause, die als Stauwehr für die Holztrift 1848 errichtet wurde.

Heute wird das Wasser des Stausees zum Betreiben eines kleinen Elektrizitätswerks verwendet.

Kehre um Kehre schiebt sich unser Vehikel Richtung Mariazell den Berg hinauf. Voller Aufregung fiebern wir dem Erreichen der Einstiegsbrücke bei der Gemeinde Gußwerk entgegen. Während die Sonne glutrot am Himmel aufsteigt, taucht die Straßenbrücke, noch in leichten Nebel gehüllt, vor uns auf. Ehrfürchtig blicken wir in die Salza, das Objekt unserer Begierde – was uns hier wohl erwartet?

Der erste Kontakt

Animiert durch die alten Flussführer der Herren van Erschel und Kopp zog es uns vor nunmehr dreißig Jahren zum ersten Mal an die steirische Salza. Aus der Wanderfahrerfraktion kommend, stand für uns damals natürlich nicht der paddlerische oder landschaftliche Genuss im Vordergrund, sondern eher die Anzahl der zu paddelnden Kilometer. So wurde aus unserer Erstfahrt auch ein Salza-Marathon – morgens in Gußwerk eingestiegen und abends bei der Ennsmündung ausgestiegen. Auch wenn unsere paddlerischen Fähigkeiten zu jener Zeit noch nicht ausreichten, um die Landschaft stressfrei zu genießen, so faszinierte uns dennoch diese unglaublich schöne Symbiose aus Wasser, Fels und Wald gerade im letzten Teilstück der Salza: der Palfauer Schlucht. So etwas hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gesehen – es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick!

Im Lauf der folgenden Jahre lernten wir immer mehr Wildwasserbäche kennen und lieben. Der angepeilte Schwierigkeitsgrad wurde höher und die Ziele immer entfernter und exotischer. Doch alte Liebe rostet nicht, und so zog es uns zwischendurch immer mal wieder zurück in das Tal unseres ersten Wildwasserabenteuers. Nur der Fahrstil und die Boote änderten sich. Alle Neuerungen und Modeerscheinungen musste der Bach über sich ergehen lassen: vom Topo über das Squirtboat, vom Riverboogie zum Spielboot und zurück zum Creeker. Geblieben ist jedoch die Faszination, die der Bach auf mich ausübt.

Doch was macht eigentlich diese Faszination aus? Objektiv betrachtet, bietet die Salza eine lange Paddelsaison in einem recht abgelegenen Tal mit leichtem bis mittelschwerem Wildwasser, das uns durch wunderschöne Kalk- und Konglomeratschluchten führt. Je nach Jahreszeit oder Wetterlage bieten die verschiedenen Nebenbäche zudem spannendes Wildwasser, und die Enns ist für Wuchtwasserfreunde nur einen Katzensprung entfernt. Für die mitreisenden Nichtpaddler gibt es, entgegen der landläufigen Meinung, ein interessantes Kultur- und Outdoorprogramm, das gut und gerne zwei Wochen abdecken kann.

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Befahrungszeitraum: Für die Salza (zumindest in den unteren Schluchten) fast ganzjährig. Die Wahrscheinlichkeit, einen guten Wasserstand auf den Nebenbächen vorzufinden, ist zur Zeit der Schneeschmelze und nach starken Regenfällen (die in dieser Gegend nicht selten sind) gegeben.

Unterkunft: Mehrere Campingplätze im Salzatal, unter anderem zwei Campingplätze in Wildalpen: linksufrig der Platz der Naturfreunde und rechtsufrig der Platz der Gemeinde. Des Weiteren der Campingplatz »Weiberlauf« unweit des Ennsstausees. Komfortable Ferienwohnungen gibt es z.B. in Palfau (www.kaisergemse.at).

Bäche

Salza: Terz – Rasing, ca. 12 km, Kleinflusscharakter ansteigend auf WW I – WW II; Gußwerk – Presceniklause, ca. 19 km, WW I – II (Klausgraben); Presceniklause – Brunntal, ca. 10 km, WW I; Brunntal – Fachwerk, ca. 13 km, WW II – III (III+); Fachwerk – Erzhalden, ca. 10 km, WW II – III (III+/Paradies); Erzhalden – Ennsstausee, ca. 10 km, WW II – III (III+), abnehmend auf WW I/ZW, (Palfauerschlucht). Die beiden letzten Etappen sind bei Niedrigwasser deutlich leichter, aber bei Hochwasser auch deutlich schwerer als angegeben. Die Gefährlichkeit der unterspülten Wände ist bei jedem Wasserstand gegeben (siehe Bericht).

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der Ausgabe 02/2010 des kajak-Magazins.

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