Aktuelle Ausgabe

Loue und Lison

(Wild)Wasser im Überfluss

Loue-Lison

Bei Paddlern aus dem Südwesten Deutschlands ist die Loue alles andere als ein Geheimtipp. Vielleicht würde sie sogar ein erstaunliches Schattendasein fristen, wären da nicht die französischen Kanuverleiher, die von Juni bis August haufenweise bunte Plastikboote in den Fluss schütten. Außerhalb der Sommermonate entdeckt man aber sehr schnell, warum sich ein Trip hierher lohnt: Traumhafte Landschaft, einfaches Wildwasser und jede Menge Kultur sind allemal eine Paddelreise wert. Lorenz Eberle stellt die Loue und die benachbarte Lison vor und präsentiert im Anschluss mit dem Ognon gleich noch ein französisches Schmankerl.

Loue-Lison

Text: Lorenz Eberle, Bilder: Lorenz Eberle/André Schweier

Ende April 2015 – pünktlich zum verlängerten Wochenende um den 1. Mai endet in Mitteleuropa der bis dahin sehr milde und freundliche Frühling und stattdessen versinken wir im Regenloch. Unser traditionelles Paddelwochenende am Chéran fällt im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser, und zwar in wild rauschendes Wasser. Denn da, wo sonst um diese Jahreszeit 10 bis 20 Kubik fließen und Kajakspaß auf dem Wasser garantieren, wälzen sich nun fast 60 Kubik durch die engen Schluchten. Zum Paddeln viel zu viel, leider. Zumal wir an diesen Traditionswochenenden auch immer wieder Quer- und Neueinsteiger dabei haben.

Und so sehen wir uns gezwungenermaßen nach einem Ausweichziel um. Irgendein Fluss nicht allzu weit weg von uns, der auch noch bei den zu erwartenden höheren Wasserständen paddelbar ist und uns etwas mehr als nur Flachwasserpaddeln und somit etwas Abwechslung verspricht. Nach ein paar Telefonaten fällt unsere Wahl auf die Loue. Sie bietet so viele und so unterschiedliche Abschnitte, dass wir dem kommenden Wochenende entspannt entgegensehen. Die Wetterprognosen sind zwar weiterhin nicht allzu rosig, aber davon wollen wir uns nicht beeinflussen lassen. Und die Hoffnung stirbt ja bekanntermaßen auch zuletzt.

Erste Testfahrt

Und so treffen wir uns am Donnerstagnachmittag in Vuillafans im französischen Département Doubs. Hier liegt der Campingplatz, auf dem wir für die nächsten Tage unser Quartier aufschlagen. Eine Wahl, die noch spannend werden wird. Schnell sind die Zelte aufgebaut und unser Terrain abgesteckt. Eine Nachmittagsfahrt wollen wir uns heute noch gönnen, und so geht es ein kleines Stück aufwärts bis nach Lods. Hier wartet, von drei Wehren mit ihren Bootsruschten abgesehen, eine eher ruhig fließende Loue auf uns. Genau das Richtige, um unseren Neulingen das kleinen Einmaleins des Paddelns beizubringen.

Die erste Bootsrutsche gleich nach dem Einstieg am Campingplatz von Lods erweist sich schon als echter Härtetest für nicht wildwassererprobte Paddler. Jedenfalls heißt es hinterher, jeweils zwei Kajaks, Paddel und Schwimmer zu bergen. Aber diese spontane Schwimmeinlage tut der guten Stimmung keine Abbruch, und so beginnt eine ausführliche Schulungstour in Sachen Paddeln auf bewegtem Wasser.

Landschaftlich hat dieser Abschnitt viel zu bieten. Von der permanent rechts verlaufenden Straße hören wir nichts. Zu dicht ist das Ufer bewachsen, und was an Restakustik noch zu hören wäre, wird vom Rauschen des Flusses geschluckt. Das üppige und dichte Grün lässt die unmittelbare Nähe der Zivilisation gänzlich vergessen. Eine echte Genusstour! Fleisig werden die vorhandenen Kehrwasser genutzt, um an der Technik zu feilen. Zwei kleine Schwälle bieten für die einen eine kleine Herausforderung, und für die anderen wenigstens eine kleine Abwechslung in Form von ein paar Wellen.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der aktuellen Ausgabe 01/2016.

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